Laut Auswertung der Daten der Betriebskrankenkassen wurden 2024 rund 0,40 Prozent der Versicherten aufgrund von Multipler Sklerose (MS) ambulant behandelt. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung entspricht das etwa 330.000 Betroffenen. 2016 lag die Zahl noch bei rund 268.000. Der Anstieg ist vor allem auf bessere Therapien, eine höhere Lebenserwartung und frühere Diagnosen zurückzuführen. Gleichzeitig zeigt er, dass MS gesellschaftlich stärker wahrgenommen werden muss – auch weil die Erkrankung oft unsichtbar bleibt.
Auffällig ist der Geschlechterunterschied: Während 0,24 Prozent der männlichen BKK-Versicherten eine MS-Diagnose haben, sind es bei Frauen 0,55 Prozent. Zudem steigt die Zahl der Diagnosen insbesondere bei Menschen über 55 Jahren. Dies spricht für eine längere Lebenserwartung der Betroffenen, stellt aber auch neue Anforderungen an die Versorgung.
MS ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Symptome wie Gefühlsstörungen, Gleichgewichtsprobleme oder Muskelschwäche können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, weshalb MS auch als „Krankheit mit tausend Gesichtern“ bezeichnet wird. Zwar ist die Erkrankung bislang nicht heilbar, moderne Therapien können jedoch Schübe reduzieren und das Fortschreiten deutlich verlangsamen.
„Die steigenden Fallzahlen zeigen: Dieses Thema wird größer, nicht kleiner. Menschen mit MS brauchen schnellen Zugang zu guter Versorgung, modernen Therapien und verlässlicher Unterstützung“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. Der Welt-MS-Tag erinnert deshalb daran, Versorgungslücken zu schließen, die Forschung voranzutreiben und Betroffene stärker zu unterstützen.
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