Pflegestufen (gültig bis 31.12.2016)

Pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetztes sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürften. Um der unterschiedlichen Schwere der Pflegebedürftigkeit gerecht zu werden, wird in drei Pflegestufen eingeteilt. Die genaue Einstufung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK).

Der Umfang der Leistungen richtet sich nach der jeweiligen Stufe der Pflegebedürftigkeit:


Pflegestufe 0
Die sogenannte Pflegestufe 0 bedeutet, dass ein Hilfebedarf vorhanden ist, dieser aber das Ausmaß für eine Pflegestufe nicht erreicht.

Gemeint sind damit Betreuungsleistungen bei einer eingeschränkten Alltagskompetenz. Personen mit diagnostizierten Erkranknungen wie geistige Behinderungen, Demez, Parkinson oder anderer psychischer Erkrankungen bekommen wegen solcher Diagnosen allein noch keine Pflegestufe zugesprochen.

Pflegestufe 1 = erheblich pflegebedürftig.

Der Hilfebedarf für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag mindestens 1,5 Stunden betragen. Auf die Grundpflege müssen dabei mehr als 45 Minuten täglich entfallen.

Pflegestufe 2 = schwer pflegebedürftig.
Der zeitliche Aufwand für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag mindestens drei Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen müssen.

Pflegestufe 3 = schwerst pflegebedürftig.
Der tägliche Pflegebedarf liegt bei 5 Stunden und darüber.
Der Pflegebedarf ist jederzeit gegeben und fällt Tag und Nacht an (Rund-um-die-Uhr). Er muss im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens vier Stunden entfallen müssen.


Einstufung von Kindern

Ob ein Kind in eine Pflegestufe einzuordnen ist, hängt davon ab, wie viel mehr Hilfe es benötigt als ein gleichaltriges gesundes Kind. 


Häusliche Pflege


Die Pflege des Pflegebedürftigen in seiner häuslichen Umgebung hat Vorrang vor einer Unterbringung im Heim. Deshalb bilden die Leistungen der häuslichen Pflege in der Pflegeversicherung einen Schwerpunkt. Die Pflegeversicherung bezahlt Leistungen der häuslichen Pflege, wenn der Pflegebedürftige in seinem eigenen Haushalt oder einem Haushalt, in den er aufgenommen wurde, gepflegt wird.


Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Pflegebedürftige können grundsätzlich selbst entscheiden, ob sie Pflegesachleistungen, d.h. Pflege durch eine Sozialstation, oder die Geldleistung in Anspruch nehmen möchten. Auch eine Kombination aus beidem ist möglich, das heißt die Sachleistungen und die Geldleistung jeweils teilweise beanspruchen.



Tabellarische Übersicht der monatlichen Leistungsbeträge

Pflegestufe ab 2013 monatlich bis 31.12.2016 monatlich
Pflegestufe 0 - Sachleistung - (eingeschränkte Alltagskompetenz) 225 € 231 €
Pflegestufe 0 - Geldleistung - (eingeschränkte Alltagskompetenz) 120 € 123 €
Pflegestufe 1 - Sachleistung 450 € 468 €
Pflegestufe 1 - Sachleistung - bei eingeschränkter Alltagskompetenz
665 € 689 €
Pflegestufe 1 - Geldleistung 235 € 244 €
Pflegestufe 1 - Geldleistung - bei eingeschränkter Alltagskompetenz 305 € 316 €
Pflegestufe 2 - Sachleistung 1.110 € 1.144 €
Pflegestufe 2 - Sachleistung - bei eingeschränkter Alltagskompetenz 1.250 € 1.298 €
Pflegestufe 2 - Geldleistung 440 € 458 €
Pflegestufe 2 - Geldleistung - bei eingeschränkter Alltagskompetenz 525 € 545 €
Pflegestufe 3 - Sachleistung 1.550 € 1.612 €
Pflegestufe 3 - Geldleistung 700 € 728 €
Pflegestufe 3 - Sachleistung - Härtefälle
1.918 € 1.995 €


Vollstationäre Pflege


In Fällen, in denen Pflegebedürftige auf Dauer in einem Pflegeheim betreut werden, übernimmt die BKK Pflegekasse die Kosten für Leistungen bei vollstationärer Pflege. Voraussetzung dafür ist, dass eine häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist oder nicht in Betracht kommt, etwa weil keine Pflegeperson vorhanden ist oder der Umfang der Pflege stationäre Pflege erfordert.


Pflegeleistungen


Die Kosten für die Pflege, die medizinische Behandlungspflege und die soziale Betreuung der Pflegebedürftigen werden bis zu einem Höchstbetrag von monatlich 1.612 € übernommen. In Ausnahmefällen (Härtefälle) – wenn ein außergewöhnlich umfangreicher und intensiver Pflegeaufwand notwendig ist – können auch pflegebedingte Kosten bis zur Höhe von 1.995 € monatlich übernommen werden. Die tatsächliche Höhe des Leistungsanspruchs richtet sich nach der Pflegestufe des Pflegebedürftigen.

Tabellarische Übersicht Vollstationäre Pflege

Pflegestufe bis 31.12.2016 monatlich
Pflegestufe 1 1.064 €
Pflegestufe 2 1.330 €
Pflegestufe 3 1.612 €
Pflegestufe 3 Härtefälle 1.995 €
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