BKK raten zur kritischen Verordnung von Antibiotika
Arzneimittelverordnungen insgesamt rückläufig / Hessen sind keinesfalls impfmüde
Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben im Oktober 2011 knapp 2,24 Mrd. Euro für Arzneimittel und Impfstoffe ausgegeben. Das entspricht einem 1,6-prozentigen Rückgang der Ausgaben gegenüber dem Vormonat. Auffällig: Die Verordnungsbilanzen der Bundesländer unterscheiden sich sehr stark. Einsparungen (ohne Impfstoffe) wurde vor allem in Sachsen-Anhalt (minus 6,7 Prozent) bilanziert. Andererseits stiegen die Arzneimittelkosten in der Region Nordrhein am stärksten. Hier wurde ein Ausgabenanstieg von 3,9 Prozent festgestellt.
Den höchsten Umsatz erzielten Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, gefolgt von Schmerzmitteln und Medikamenten bei den Indikationen psychische Erkrankungen, Diabetes sowie Antibiotika.
Antibiotika auf dem Vormarsch
Auch wenn der jährliche Antibiotika-Verbrauch geringfügig zurückgegangen ist, kommentieren die Hessischen Betriebskrankenkassen den ermittelten Pro-Kopf-Bedarf durchaus kritisch. Nach Einschätzung von Petra Riediger, Referentin Apotheken, Arzneimittel und Sprechstundenbedarf beim BKK Landesverband Hessen, werden zahlreiche antibiotische Therapien einseitig von den Patienten abgebrochen. Viele Patienten hätten Angst vor den Nebenwirkungen. Hierauf sollten die Ärzte Rücksicht nehmen und ggf. eine alternative Medikation vorschlagen.